In 36 Kapiteln führt Rhetorik – humorvoll erklärt durch die erstaunlich große Welt der Redekunst. Den Anfang macht ein umfangreiches Lexikon rhetorischer Stilmittel. Dabei geht es nicht nur um Definitionen: Beispiele, Abgrenzungen und humorvolle Beobachtungen zeigen, was die einzelnen Mittel tatsächlich leisten und warum sie wirken.
Danach betritt die große Rede die Bühne. Von der Antike über Mittelalter, Reformation und Revolution bis ins 20. Jahrhundert werden berühmte historische Reden auf Anlass, Kerngedanken und rhetorische Mittel untersucht. Cicero und Demosthenes stehen neben Luther,Lincoln, Churchill, Kennedy, Martin Luther King, Otto Wels und Richard von Weizsäcker. Nicht nur was gesagt wurde, interessiert, sondern vor allem: Warum konnte es wirken?
Das Buch schaut anschließend unter die Motorhaube der Rhetorik. Wie entstehen Reden? Was leisten Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria und Actio? Wie arbeiten Ethos, Logos und Pathos zusammen? Was bedeuten Kairos und Aptum? Wo findet man Argumente, wie erkennt man den eigentlichen Streitpunkt – und wann wird aus Überzeugung Manipulation? Topoi, Statuslehre, Fehlschlüsse, Invektiven und rhetorische Kampftricks gehören ebenso zum Werkzeugkasten wie die Frage, wie man ein Publikum informiert, unterhält und bewegt.
Für etwas ungewöhnlichere Nachhilfe sorgen Aristoteles, Cicero, Sokrates, Odysseus, Scheherazade, Don Quijote, Mephisto und Hermes. Später übernehmen auch Nietzsche, Machiavelli, Oscar Wilde, Mark Twain, Baron Münchhausen und Till Eulenspiegel Lehrstühle. Sie erklären auf ihre jeweils eigene Weise Provokation, Ironie, Übertreibung, Mehrdeutigkeit, strategisches Fragen und die Kunst, einen Gedanken so zu formulieren, dass er im Gedächtnis bleibt.
Schließlich landet die Rhetorik mitten in der Gegenwart: bei Presse und Politik, Film und Werbung, Talkshows und sozialen Medien. Es geht um Clickbait und Ragebait, Soundbites und Applaus-Sätze, Schweigen und Wiederholung, Zahlenrhetorik und Diagramme, politische Interviews, Bridging, Reframing und die Kunst des Ausweichens. Auch Bühnenbilder, Kleidung, Kameras und Musik reden mit.
36 Kapitel:
Rhetorische Stilmittel * Berühmte historische Reden – ein Überblick * Berühmte historische Reden – vom Lechfeld bis nach Jena * Berühmte historische Reden – von der Revolution bis zum Ermächtigungsgesetz * Berühmte historische Reden – von Churchill bis Käßmann * Die Rede in Einzelteilen * Das Wort und das Tier * Reden, ohne das Publikum in Geiselhaft zu nehmen * Wenn die Sprache singen darf * Erst erklären, dann bezaubern, schließlich erschüttern * Die Rhetorik auf der Anklagebank * Während wir noch reden, baut China schon die nächste Fabrik * Formularkrieger * Zehn Meister der Rede geben Nachhilfe * Das gemeinsame Podium * Sieben weitere Meister der Rede geben Nachhilfe * Die Podiumsdiskussion * Ich wäre dann kurz Cicero * Die Kunst, einen Gegner vollständig zu zerlegen * „Sie werden nicht glauben, welches Stilmittel jetzt kommt!“ * Halten Filmfiguren die Regeln der Redekunst ein? * Klickt wütend – aber klickt nicht blind! * Rhetorik 2.0 – jetzt mit Publikum * Der Zauberstab im Rednerpult * Die Rede kommt in die Werkstatt * Kopf, Herz und guter Ruf * Kairos – Auch der beste Satz kann zu spät kommen * Bitte keine Hochzeitspointe bei der Trauerrede * Die Schubladen der Argumentation * Bevor wir streiten: Worüber eigentlich? * Die schmutzige Trickkiste * Hermes – Der Mann zwischen den Welten * Die unmögliche Akademie der Rhetorik * Hier bitte spontan klatschen * Zahlen, Brücken und Nebelkerzen * Mehr als Worte