Thema dieses Buches: Die Literatur-Nobelpreisträger aus den Jahren 1979 bis 2025. Was zeichnet sie aus, was macht ihren Schreibstil so besonders, was sind ihre Themen? Was haben sie und ihre Werke in der Welt bewirkt, verändert? Interessantes über den Lebensweg, die Lebens-Stationen der Laureaten. Was hat sie geprägt, beeinflusst? Wer sind ihre Vorbilder, wer sind ihre Gegner, Gegenspieler im Real Life und im Geistig-Philosophischen?
59 Kapitel:
Der lange Satz am Rand der Welt * Die Frau, die eine Pflanze werden wollte * Die Kunst der Pause * Punkt oder Komma? * Ein Preis, eine Stimme * DieEthnologin ihrer selbst * Der Mann, den niemand kannte * Die strenge Schönheit * Der Mann, der das Publikum beschimpfte * Die Grenzüberschreiterin * Muss man leiden, um zu gewinnen? * Der Butler, der sich erinnert * The answer is blowin' in the wind * Der Roman in Stimmen * Der Mann, der Paris erinnert * Das Pathos hat abgedankt * Am kleinen Sekretär * Sprich nicht! * Tomas Tranströmer (2011) * Mario Vargas Llosa (2010) * Herta Müller (2009) * Jean-Marie Gustave Le Clézio (2008) * Doris Lessing (2007) * Orhan Pamuk (2006) * Ein Exkurs über Stilmittel * Harold Pinter (2005) * Elfriede Jelinek (2004) * Der Programmierer des Unbehagens * Der Mensch ohne Schicksal * Der Nobelpreis in Zahlen * Der Mann, der nirgends zu Hause war * Gesamtwerk, Buch, Persona * Das einsame Genie und sein Publikum * Der Berg der Seele * Vor dem Preis, nach dem Preis * Der Trommler * Der Kommunist auf Lanzarote * Der Gaukler von Mailand * Ich weiß nicht * Der Spatenstich * Die geheimen Muster * Das Licht im Wald * Vom Brennglas zur Selbstverdeckung * Die Frau, die Amerika erinnerte * Der Homer der Karibik * Der Geigenzähler der Apartheid * Das Labyrinth und der Sonnenstein * Camilo José Cela (1989) * Nagib Mahfuz (1988) * Joseph Brodsky (1987) * Wole Soyinka (1986) * Claude Simon (1985) * Jaroslav Seifert (1984) * William Golding (1983) * Gabriel García Márquez (1982) * Exkurs: Stockholm und die Bestsellerliste * Elias Canetti (1981) * Czesław Miłosz (1980) * Odysseas Elytis (1979)
Vorwort:
Den Literaturnobelpreis zu gewinnen, ist für einen Autor die ultimative Mischung aus Heiligsprechung und der Lizenz, fortan in Rätseln sprechen zu dürfen. Für uns Leser hingegen beginnt mit der Verkündung oft das große Rätseln: Müssen wir das jetzt wirklich lesen? Und wenn ja: Warum hat der Mann, der das Publikum beschimpfte, den Preis bekommen, während die Science-Fiction immer noch draußen im Regen steht?
Dieses Buch ist ein humorvoller Streifzug durch ein knappes halbes Jahrhundert Geistesgeschichte – von Odysseas Elytis, der 1979 das ägäische Sonnenlicht zur Theologie erhob, bis zu László Krasznahorkai, dem ungarischen Meister des Satzes, der kein Ende kennen will. Wir blicken hinter die Kulissen der Medaillen: Wer sind diese Menschen, wenn sie gerade nicht in Frack und Abendkleid vor dem König stehen?
Wir begegnen der „Frau, die eine Pflanze werden wollte“ (Han Kang) und dem „Butler, der sich erinnert“ (Kazuo Ishiguro). Wir untersuchen, warum Doris Lessing bei der Nachricht ihres Sieges lediglich ein trockenes „Oh Christ!“ entfuhr und warum Herta Müller mit jedem Wort ein Stück Stacheldraht im Mund zu tragen scheint.
Dabei scheuen wir uns nicht vor den harten Fragen der literarischen Betriebstechnik: Punkt oder Komma? Ein existenzieller Streit zwischen der kurzen Parataxe und der ausschweifenden Hypotaxe. Muss man leiden, um zu gewinnen? Eine Analyse über das „Leid als Bewerbungsschreiben“. Das einsame Genie: Warum die Wissenschaft ihre Preise teilt, die Literatur aber fast immer auf eine einzige, einsame Stimme beharrt.